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Handel und Gefährdung der afrikanischen Tropenholzarten Bubinga und Wenge

Hintergrund

Bubinga (Guibourtia tessmannii) in Kamerun
Foto: J. L. Doucet
Bubinga

Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) kann bei guter Umsetzung ein effektives Instrument zur Kontrolle und nachhaltigen Nutzung gefährdeter tropischer Baumarten sein. Seine Wirksamkeit hängt neben anderen Faktoren auch davon ab, dass weitere durch den Handel gefährdete Baumarten in die Anhänge aufgenommen und auf der Basis fachlicher wissenschaftlicher Daten langfristig naturverträglich genutzt werden.

Handelsbeobachtungen legen nahe, dass derzeit eine Reihe von wertvollen afrikanischen Holzarten nicht nachhaltig genutzt und darüber hinaus auch in nennenswertem Umfang illegal gehandelt werden. Sie könnten deshalb von zusätzlichen Schutzmaßnahmen einschließlich CITES-Listungen profitieren.

Hierunter befinden sich Holzarten der Gattungen Guibourtia und Millettia, die unter den Handelsnamen Bubinga bzw. Wengé hochwertiges, hartes und dekoratives Vollholz und Furniere für Parkett, Möbel, Innenausstattung und Musikinstrumente liefern.

Das Projekt

Ziel des Projekts war es, den internationalen Handel der beiden Holzarten Bubinga und Wengé zu untersuchen und zu analysieren sowie Daten zu Verbreitung, Populationsstatus, Management und Nutzung in den wichtigsten Exportländern Gabun, Kamerun, Republik Kongo und Demokratische Republik Kongo (DRC) zu gewinnen. Aufbauend auf den Ergebnissen sollten Empfehlungen zum Management und zum Schutz der beiden Arten sowie ggf. eine Aufnahme in CITES vorbereitet werden.

Die nationalen Forst- und CITES-Behörden der wichtigsten Arealstaaten wurden umfassend über alle Aktivitäten des Projekts informiert und sofern möglich eng beteiligt, um eine hohe Akzeptanz und nachhaltige Wirkung zu erzielen.

Um Informationen und Daten in den Arealstaaten zu gewinnen, wurden zwischen November 2013 und März 2015 Konsultationen und Interviews mit nationalen Forstexperten, Vertretern von nationalen Forst- und CITES-Behörden, transnationalen und internationalen Organisationen wie ITTO, FAO, ATIBT sowie europäischen Importfirmen durchgeführt. Managementpläne, nationale und internationale Datenbanken und Handelsstatistiken wurden ausgewertet, und einige Wuchsgebiete und Forstkonzessionen bereist.

Die Ergebnisse der Studie, zu denen die Eignung der Arten für eine Aufnahme in CITES gehörte, wurden im Juli 2015 in einem Workshop in Kamerun mit Vertretern von Forst- und CITES-Behörden der wichtigsten Verbreitungsstaaten diskutiert.

 

Ergebnisse

Die Resultate zeigen, dass die derzeitigen Mengen des internationalen Handels in einigen Verbreitungsländern zum Rückgang von Populationen beitragen. Für beide Holzarten geht die größte Gefährdung von Habitatverlust und illegalem Handel aus. Die Gesamtverbreitung der Arten kann mit den vorhandenen Informationen erschlossen werden. Es wurden aber auch Wissensdefizite identifiziert. So sind z. B. detaillierte, sub-nationale Verbreitungs- und Populationsangaben wegen fehlender oder veralteter Inventuren lückenhaft.

Bubinga: Unter dem Namen Bubinga wird Holz verschiedener Arten der Gattung Guibourtia gehandelt, von denen die mengenmäßig wichtigsten Guibourtia tessmannii und G. demeusii sind. Diese Arten gehören mit bis zu 60 m Höhe und 2 m Stammdurchmesser zu den größten Bäumen in afrikanischen Regenwäldern. Gabun und die Republik Kongo führen Bubinga in einer Größenordnung von ca. 15.000 bis 30.000 m3/Jahr aus, und zwar nahezu ausschließlich nach China. Wichtigstes Ausfuhrland für die EU ist Kamerun, das hierhin ca. 30 % seiner Exporte liefert.

Vor allem in der Republik Kongo, in DRC sowie in Gabun sind die offiziellen Exportzahlen oft deutlich höher als die registrierten Einschlagsvolumina. Dies ist ein deutlicher Beleg dafür, dass der Handel nicht ausreichend kontrolliert und vermutlich nicht nachhaltig ist. In Kamerun und in Gabun gibt es aufgrund kürzlich erlassener Nutzungs- und Exportverbote deutliche Hinweise auf zunehmenden illegalen Handel und einen Rückgang der Populationen. 

Wengé (Millettia laurentii): Diese Art wird von der IUCN als gefährdet eingestuft. Die derzeitigen Auswirkungen des Handels auf die Gefährdung sind allerdings aufgrund der schwierigen Datenlage kaum zu beurteilen. Große Mengen an Rund- und Schnittholz werden vor allem aus der Republik und der Demokratischen Republik Kongo in Größenordnungen von jährlich jeweils 20.000-40.000 m3 nach China exportiert, um hier die steigende Nachfrage nach traditionellen und in der Regel hochpreisigen Hong-Mu-Möbeln zu befriedigen. Aus Gabun und Kamerun werden geringere Mengen an verarbeitetem Holz exportiert. Etwa 2/3 der Ausfuhren aus Kamerun gehen in die EU.

Vermutlich als Folge der in Kamerun und DRC erlassenen gesetzlichen Maßnahmen zur Kontrolle des Handels mit Wengé ist in beiden Ländern eine deutliche Zunahme des illegalen Handels zu beobachten.

 

 

Bubinga-Rundholz im Hafen Nordenham. Foto: J. L. Doucet
Bubinga-Baumstamm

Ausblick

Bubinga-Zweig mit zusammengesetzten Blättern. Foto: J. L. Doucet
Bubinga-Blätter am Baum

Um den Handel mit beiden Holzarten nachhaltig zu gestalten und den illegalen Handel einzuschränken, werden verschiedene Maßnahmen empfohlen. Hierzu gehören vor allem effizientere Kontrollen, verlässliche Inventuren zur Abschätzung von Populationsgrößen und –strukturen, aber auch Verbesserungen der Datenbanken zu Erfassung des nationalen und internationalen Handels. Zusätzlich wird die Listung beider Arten in CITES-Anhang II vorgeschlagen.

Auf einem in Kamerun im Juli 2015 durchgeführten Workshop zu diesem Thema sprachen sich die Vertreter Gabuns und Kameruns für eine CITES-Listung von Bubinga aus. Vor dem Hintergrund einer besseren Datenlage und größeren Erfolgswahrscheinlichkeit wird die Antragstellung zur Aufnahme von Bubinga in CITES Anhang II derzeit von BMUB intensiv mit interessierten Verbreitungsstaaten verhandelt und eine Ko-Antragstellung der EU angestrebt.

Publikationen/weiterführende Links

F. Tosso, K. Daïnou, O. J. Hardy, B. Sinsin, J.-L. Doucet. (2014): Le genre Guibourtia Benn., un taxon à haute valeur commerciale et sociétale (synthèse bibliographique).- Biotechnol. Agron. Soc. Environ. 2015 19(1), 71-88

Laufzeit

Projekt: 01.11.2013 – 31.03.2015

Workshop: 27.07.2015 – 28.07.2015 Yaoundé/Kamerun

Förderprogramm

FuE

Projektnehmer

WWF Deutschland

Beteiligte Partner

TRAFFIC International, Cambridge, Großbritannien

TRAFFIC Zentralafrika, Yaoundé, Kamerun

Fachbetreuung

Hajo Schmitz-Kretschmer, II 1.2 "Botanischer Artenschutz"

Weitere Informationen

Wengé (Millettia laurentii) in Zentralafrika
Foto: Tom van Loon
Wengé vom Stamm bis in die Krone

F. Tosso, K. Daïnou, O. J. Hardy, B. Sinsin, J.-L. Doucet. (2014): Le genre Guibourtia Benn., un taxon à haute valeur commerciale et sociétale (synthèse bibliographique).- Biotechnol. Agron. Soc. Environ. 2015 19(1), 71-88

Letzte Änderung: 01.02.2016