Bundesamt für Naturschutz

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Maßnahmen


Noch in den 2000er Jahren wurden mehrere Abbauvorhaben in Natura 2000 Schutzgebieten genehmigt, ohne dass damals nach heutigen Maßstäben ausreichende Prüfungen vorgenommen wurden.

Bessere Prüfmaßstäbe

In den letzten 10 Jahren wurde im Rahmen der Genehmigungsverfahren für die Sedimentgewinnung in der Nord- und Ostsee die Prüfmaßstäbe deutlich verbessert, um die negativen Effekte des Sand- und Kiesabbaus einzudämmen. Früher musste im Rahmen des bergrechtlichen Genehmigungsverfahrens nur eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchgeführt werden.

Inzwischen kann die Entnahme von mineralischen Rohstoffen in der Nähe und innerhalb von Natura 2000 Gebieten nur nach Vorlage einer zusätzlich durchzuführenden FFH -Verträglichkeitsprüfung genehmigt werden. Weiterhin sind auch außerhalb von Schutzgebieten Unterlagen zum gesetzlichen Biotopschutz, Artenschutz sowie zur Eingriffsregelung vorzulegen. Durch zwischenzeitlich z.T. abgeschlossene und z.T. noch laufende Forschungsprojekte konnte der Kenntnisstand z.B. zur Verbreitung geschützter Arten und Lebensräume beträchtlich erweitert werden, so dass mögliche negative Auswirkungen besser erkannt und ggf. frühzeitig vermieden werden können.

Vorsorge ist wichtig

Wird ein Abbau genehmigt, so muss z.B. mit Mindestanständen von 500 bis 750 m gewährleistet werden, dass die geschützten Lebensraum- und Biotoptypen keine Beeinträchtigung erfahren. Zudem kann die Sedimententnahme ggf. räumlich, zeitlich und mengenmäßig reglementiert werden. Eine sorgfältige Standortwahl und eine zeitliche Regulierung sind in diesem Zusammenhang ebenfalls unabdingbar, um vor allem Meeressäuger wie den Schweinswal zu schonen. Filtertechniken und ein gezieltes und kontrolliertes Ableiten des Überlaufs nach dem Spül- bzw. Siebvorgang könnten zu einer Reduzierung der Trübungsfahne beitragen.
Um die negativen Folgen bei der Sand- und Kiesentnahme durch Stechkopf-Saugbagger, insbesondere die starke Kraterbildung mit „Totwasserbereichen“, zu verhindern, wird diese Methode in deutschen Gewässern heute nicht mehr durchgeführt.

Das BfN engagiert sich bereits seit mehr als 15 Jahren für Umweltvorsorge bei der marinen Sand- und Kiesgewinnung.

Siehe auch die Ergebnisse eines Workshops 1998:

 BfN-Skripten 23: Umweltvorsorge bei der marinen Sand- und Kiesgewinnung (2 MB)

Die Abteilung Meeresnaturschutz

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