Bundesamt für Naturschutz

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Schutzgebiete in der Nordsee (AWZ)


Die Natura 2000-Schutzgebiete in der deutschen AWZ der Nordsee. 3D-Grafik: C. Terstegge
Die Natura 2000-Schutzgebiete in der deutschen AWZ der Nordsee. 3D-Grafik: C. Terstegge

Ausgedehnte Forschungen zeigen, dass sich in der deutschen Nordsee, fernab der Küste bedeutende Schätze des Meeres verbergen. Keine Juwelen in versunkenen Schiffen oder archäologische Schätze untergegangener Kulturen, sondern faszinierende Edelsteine der europäischen Meeresnatur. In der Welt der Riffe und Sandbänke finden in der Deutschen Bucht besonders seltene oder bedrohte Lebewesen Rückzugsmöglichkeiten und vielfältige Nahrung. Viele Bodenlebewesen wie Lederkorallen, Seeanemonen, Blättermoostierchen, Seescheiden sowie viele Fischarten, unter anderem auch bedrohte Wanderfischarten, finden hier Lebensraum und wichtige Rückzugsareale. Weit wandernde Arten wir Schweinswale und Robben nutzen die ökologisch wertvollen Gebiete zur Nahrungssuche und zur Fortpflanzung. Seltene oder gefährdete Seevögel wie z.B. Stern- und Prachttaucher rasten hier in international bedeutsamen Konzentrationen und nutzen die gute Nahrungssituation.

Meldungen der Gebiete in der Nordsee

Seenelken (Metridium senile) in der Nordsee. Foto: Hübner/Krause (BfN)
Seenelken (Metridium senile) in der Nordsee. Foto: Hübner/Krause (BfN)
Seescheiden (Ascidiacea) bei Helgoland. Foto: Hübner/Krause (BfN)
Seescheiden (Ascidiacea) bei Helgoland. Foto: Hübner/Krause (BfN)

Im Jahr 2004 meldete Deutschland daher das Vogelschutzgebiet Östliche Deutsche Bucht sowie die drei FFH -Schutzgebiete Doggerbank, Sylter Außenriff und Borkum-Riffgrund als erste küstenferne Meeresschutzgebiete an die EU. Das Vogelschutzgebiet Östliche Deutsche Bucht ist seit September 2005 als Naturschutzgebiet bzw. Besonderes Schutzgebiet (Special Protected Area - SPA) ausgewiesen. Die FFH -Gebiete wurden von der EU-Kommission im November 2007 in die Liste der Gebiete gemeinschaftlicher Bedeutung (Site of Community Importance - SCI) aufgenommen und im EU Amtsblatt im Januar 2008 veröffentlicht.


Nagelrochen (Raja clavata) Foto: S. Gust
Nagelrochen (Raja clavata) Foto: S. Gust

Im Sinne des Natura 2000 - Netzwerks gewährleisten diese Meeresschutzgebiete den Austausch und die Wanderung von Arten auch zu den küstennahen Schutzgebieten. Dazu gehören beispielsweise die wertvollen Lebensräume um die Hochseeinsel Helgoland mit den einzigartigen Felswatten und den Kelpwäldern des tieferen Wassers; insbesondere aber auch die - ebenfalls als Natura 2000 - Gebiete gemeldeten - Wattenmeer-Nationalparke mit ihrer charakteristischen Tier- und Pflanzenwelt der Wattflächen, Strände, Priele und Salzwiesen. Das im Jahr 1999 vor der Insel Sylt als Bestandteil des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer eingerichtete Schweinswal-Schutzgebiet sichert ein wichtiges Kalbungs- und Paarungshabitat dieser bedrohten Meeresssäugerart. Mit der Einrichtung des großen Natura 2000 - Gebietes „Sylter Außenriff“ findet es seewärts der 12-Seemeilen-Grenze seine Fortsetzung.


Seehund (Phoca vitulina vitulina) im Wattenmeer. Foto: K. Wollny-Goerke
Seehund (Phoca vitulina vitulina) im Wattenmeer. Foto: K. Wollny-Goerke
Kegelrobbenpaar (Halichoerus grypus) vor Helgoland. Foto: A. Essenberger
Kegelrobbenpaar (Halichoerus grypus) vor Helgoland. Foto: A. Essenberger

Die Scholle (Pleuronectes platessa) ist ein typischer Fisch der Nordsee. Foto: S. Bär
Die Scholle Pleuronectes platessa ist ein typischer Fisch der Nordsee. Foto S. Bär

Natura 2000-Gebiete in der AWZ der deutschen Nordsee:

 

Nordsee

 Doggerbank

 Sylter Außenriff

 Borkum-Riffgrund

 Östliche Deutsche Bucht