Bundesamt für Naturschutz

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Projektsteckbrief Welterbeprogramm Russland

Implementierung der Welterbekonvention: Das Welterbeprogramm der Russischen Föderation
Nominierung und Management von Weltnaturerbestätten


Hintergrund:

Weltnaturerbegebiet Baikalsee/Russische Föderation (Bildautor: BfN)
Weltnaturerbegebiet Baikalsee/Russische Föderation (Bildautor: BfN)

Russland verfügt über eine ungeheure Vielfalt einzigartiger Naturlandschaften. Das Spektrum reicht von Wüsten über natürlich gebliebene Küstenlandschaften, faszinierende Bergmassive bis zu ausgedehnten Mooren. Im Rahmen des Übereinkommens zum Schutz des Weltnatur- und Kulturerbes besteht die Aufgabe, solche herausragenden und einzigartigen Naturlandschaften als Erbe der gesamten Menschheit zu erhalten und der Bevölkerung, die in und um diese natürlichen Kostbarkeiten leben, in ihrer Existenz zu unterstützen.
Die Russische Föderation dokumentiert mit der Ratifizierung der Welterbekonvention und deren Umsetzung ihr Interesse und ihre Verantwortung,  die sich auf ihrem Territorium befindenden Weltnaturerbestätten zu erhalten.

Derzeit sind acht Naturstätten in die Welterbeliste eingeschrieben, darunter auch der Baikalsee, der mit 20 Prozent der Süßwasserreserven nicht nur das größte Süßwasserreservoir der Welt ist, sondern auch der tiefste und älteste See der Welt.

 


Das Projekt:

Weltkulturlandschaft Kurische Nehrung (Bildautor: B. Engels)
Weltkulturlandschaft Kurische Nehrung (Bildautor: B. Engels)

Seit 1994 unterstützt das BMU über das Bundesamt für Naturschutz die Erarbeitung von Unterlagen für die Nominierung von Weltnaturerbegebieten in der Russischen Föderation. Bis 1997 fand diese Zusammenarbeit vorwiegend auf nichtstaatlicher Ebene zwischen dem NABU in Deutschland und Greenpeace/Russland statt. Seit Gründung der "Ständigen Arbeitsgruppe Naturschutz und Biologische Vielfalt" im Rahmen des Deutsch-Russischen bilateralen Umweltabkommens hat diese die Zusammenarbeit im Bereich des Welterbes fest in ihrem Programm verankert.

Neben den neun von der UNESCO anerkannten russischen Naturerbegebieten (siehe  Liste), wurde in Zusammenarbeit mit Litauen die Kurische Nehrung als Kulturlandschaft in die Welterbeliste eingetragen.

Weitere Nominierungen sind erarbeitet und weitere Stätten sind bereits in die Russische Vorschlagsliste für zukünftige Welterbenominierungen aufgenommen worden.

Im Fokus der Aktivitäten steht neben der Unterstützung bei der Vorbereitung der Nominierungsunterlagen für zukünftige Welterbestätten das Management bereits bestehender Stätten. Durch Schulungsveranstaltungen werden insbesondere die Verantwortlichen für die existierenden Welterbestätten beim Management unterstützt. Zu den Themen der Fortbildungen zählen unter anderem die Erarbeitung von Managementplänen, die Berichterstattung im Rahmen der Konvention, nachhaltige Entwicklung des Tourismus und Landnutzungsoptionen.

 


Konferenz "10 Jahre Deutsch-Russische Zusammenarbeit"

Logo der Konferenz
Logo der Konferenz

Vom 19.-21. August 2006 fand mit Unterstützung von BfN und BMU in Irkutsk in der Nähe des Baikalsees die Konferenz "Weltnaturerbe in Russland: 10 Jahre russisch-deutscher Zusammenarbeit" statt.

Ziel der durch das Geographische Institut der Sibirischen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften gemeinsam mit dem IUCN-Büro Moskau und dem russischen "Natural Heritage Protection Fund" organisierten Konferenz war der Rückblick auf die Ergebnisse der zehnjährigen deutsch-russischen Zusammenarbeit im Rahmen des UNESCO -Welterbeübereinkommens und die Erarbeitung eines mittelfristigen Maßnahmenprogramms zur Umsetzung des Weltübereinkommens in der Russischen Föderation.

Die deutsch-russische Zusammenarbeit hat in den vergangenen zehn Jahren erheblich zur Weiterentwicklung des Systems russischer Weltnaturerbegebiete beigetragen und auf vielen Ebenen erfolgreiche Lösungsansätze entwickelt. Dazu zählen die Anwendung der Landschaftsplanung und die Entwicklung eines Zonierungskonzeptes für das Weltnaturerbegebiet Baikalsee sowie eine Vielzahl von Trainingsseminaren für Manager russischer Weltnaturerbegebiete.

Die vergangenen zehn Jahre der deutsch-russischen Zusammenarbeit sind anlässlich der Konferenz in einer englisch-russischen Broschüre "World Natural Heritage in Russia: 10 Years of Russian-German Cooperation" dokumentiert. Aus Anlass des Jubiläums widmet zudem die Zeitschrift "Russian Conservation News" eine Ausgabe dem Weltnaturerbe in Russland, in der auch die deutsch-russische Zusammenarbeit dargestellt wird.

 


Ausgewählte Weltnaturerbestätten der Russischen Föderation:

Weltnaturerbegebiet Westkaukasus/Russische Föderation (Bildautor: BfN)
Weltnaturerbegebiet Westkaukasus/Russische Föderation (Bildautor: BfN)

Das Welterbegebiet Westkaukasus liegt an der südwestlichsten Spitze Russlands am Schwarzen Meer. Das Gebiet besteht aus einer Reihe von Naturreservaten und Naturmonumenten. Das Reservat Kavkazkiy misst allein 275.000 ha, der Nationalpark Sochi 57.000 ha. Hervorzuheben ist, dass das Welterbegebiet in den letzten Jahren in keiner Weise durch den Menschen beeinflusst wurde. Ferner enthält es 80 % der im Kaukasus vorkommenden Ökosystemtypen. Das vorherrschende Klima ist subtropisch an der Schwarzmeerküste, in der alpinen Zone sind Gletscher vorzufinden. Ein Drittel der höheren Pflanzen, die im gesamten Kaukasus beschrieben sind, kommt auch hier vor.

Wegen seiner klimatischen und hydrologischen Verhältnisse ist das Uvs Nuur Bassin von besonderer internationaler, auch wissenschaftlicher Bedeutung. Seit tausenden von Jahren wird die Steppe von Nomaden genutzt, sie ist Heimat für eine Reihe bedrohter Tierarten und ein wichtiger Rastplatz für wandernde Vogelarten. Das Welterbegebiet ist mehr als 1 Million ha groß; es schließt das nördlichste der zentralasiatischen geschlossenen Seesysteme ein. Die Berge sind wichtige Rückzugsgebiete für Schneeleopard und Agali. Seit 2003 ist das Gebiet von der UNESCO als grenzüberschreitendes Welterbegebiet der Russischen Föderation und der Mongolei anerkannt.

Die Nominierungsunterlagen für das Gebiet Putorama Plateau sind fertig gestellt, die UNESCO hat jedoch noch nicht über die Anerkennung beraten. In das bis zu 1.500 m hohe Basaltmassiv südlich der Halbinsel Taimir in Sibirien haben die Flüsse hunderte von Metern tiefe Schluchten und bis zu 400 m tiefe Seen geschnitten. Typisch für das Gebiet sind die Wanderungen riesiger Herden wilder Rentiere.

Die Weltnaturerbestätten der Russischen Föderation (mit Jahr der Einschreibung in die UNESCO Welterbeliste):

  • Komi-Wälder (1995)